Beamer Leinwand selber bauen – Anleitung

veröffentlicht am 6. November 2014 in Ratgeber mit vielen nützlichen Infos für Beamer von

Beamer Leinwand selber bauen
Viele Heimkino-Fans schrecken vor dem Kauf einer Beamer-Leinwand zurück, weil sie die teilweise nicht unerheblichen Anschaffungskosten scheuen. Ein Modell der Marke Eigenbau kann dagegen eine sehr günstige Alternative sein, die allerdings mit einigem Aufwand verbunden ist und etwas handwerkliches Geschick erfordert. Wer sich im Baumarkt seines Vertrauens für hochwertige Materialien entscheidet, darf sich letztendlich sogar häufig über eine Leinwand freuen, die qualitativ anspruchsvoller ist als so manches Kaufmodell.

Ein kleiner Kostenvergleich: Hobbybastler, die beim Kauf der einzelnen Bauteile ein wenig auf den Preis achten, müssen meist nicht mehr als 25,00 bis 30,00 Euro in ihre Leinwand investieren. Die Ersparnis gegenüber einer fertig gekauften Ausführung würde dann bei etwa 60 Prozent liegen.

 

Die Anleitung

 

1. Materialliste

  •  5 Holzleisten
  • mehrere Holzschrauben
  • 6 kleine Winkel
  • Segeltuchstoff od. Moltontuch (200x150cm)
  • Tacker mit Klammern

 

2. Vorarbeiten und Rahmen

Unser Beispiel geht von einer Leinwand mit den Maßen 1,80 mal 1,10 Metern aus, was dem kinotauglichen Format 16:9 entsprechen würde. Für den Rahmen benötigen Sie insgesamt fünf Holzleisten: Vier Leisten bilden später den Außenrahmen, die fünfte Leiste soll die Mitte der Konstruktion stabilisieren. Zum Verschrauben verwenden Sie passende Holzschrauben und sechs kleine Winkel. Wurden die Leisten bereits im Baumarkt oder aber bei Ihnen zu Hause korrekt zugeschnitten, ist die Montage in der Regel kein Problem. Wichtig ist, dass Sie die Mittelstrebe generell zuletzt anbringen. Das Bespannen des Rahmens ist ein wenig kniffeliger. Sparfüchse verwenden dafür meist nur einen weißen Segeltuchstoff, was aber im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen kann. In Abhängigkeit von den Lichtverhältnissen kann es nämlich durchaus passieren, dass der Rahmen später durchscheint, was den Filmgenuss deutlich trübt. Ein etwas dickeres Moltontuch, das in unserem Beispiel die Maße 200 mal 150 Zentimeter hat, schafft Abhilfe und wird noch vor dem Segeltuch auf den Rahmen getackert.

 

3. Das Bespannen des Rahmens

Tackern Sie den Stoff zunächst an einer Längsseite fest. Ein klassischer Handtacker reicht dafür aus, achten Sie jedoch darauf, eine ausreichende Anzahl Klammern vorrätig zu haben. Dann straffen Sie den Stoff auf der gegenüberliegenden Seite und befestigen ihn dort ebenfalls. Die beiden kürzeren Seiten werden anschließend auf die gleiche Weise bearbeitet. Die Ecken sollten Sie sich für den Schluss aufheben, denn sie müssen besonders akkurat und präzise verarbeitet werden, damit das optische Gesamtbild später nicht beeinträchtigt wird. Nun folgt das Segeltuch, das natürlich die gleichen Maße haben sollte wie das Moltontuch. Befestigen Sie es auf die zuvor beschriebene Weise am Rahmen und sorgen Sie dafür, dass es immer ausreichend straff ist. Wer möchte, kann den Stoff vor dem Festtackern auch noch einmal bügeln, damit eventuelle Knitterfältchen schnell verschwinden. Kleiner Tipp: Wer im Handel keinen passenden Segeltuchstoff findet, greift einfach auf einen preisgünstigen Stoffvorhang zurück. Dabei handelt es sich meist um sehr schwere Stoffe, die ein Durchscheinen verhindern.

 

4. Für echte Profis: Die Leinwand mit weißer Farbe streichen

Pinsel zum Leinwand streichenHaben Sie sich beim Bespannen für einen nicht komplett einheitlichen Stoff entschieden, oder möchten Sie Ihrer Leinwand eine besonders exklusive Note verleihen, kann das Streichen mit weißer Farbe sinnvoll sein. Eine matte und sehr gut deckende Acrylfarbe sollte es sein, der gegebenenfalls ein Hauch Schwarz beigemischt wird, um den Schwarzwert der Leinwand zu verbessern. Übrigens: Viele handelsübliche Kaufmodelle werden in einem strahlenden Reinweiß angeboten, was gerade bei LCD-Beamern nicht immer unbedingt optimal ist. Ihre Leinwand der Marke Eigenbau darf daher ruhig ganz leicht hellgrau sein. Hier benötigen Sie Fingerspitzengefühl, denn fügen Sie dem Weiß zu viel Schwarz hinzu, ergibt der Beamer ein graustichiges Weiß, was ebenfalls nicht ideal ist. Am besten probieren Sie das optimale Mischverhältnis an einem kleinen Reststoff aus. Wichtig zur Beurteilung: Die Farbe erst vollkommen trocknen lassen, da der endgültige Effekt erst dann sichtbar wird. Tragen Sie die Farbe später mit einer kleinen Rolle auf der Leinwand auf. Dies ist zwar etwas mühsam, da Sie mit der Rolle keinen Druck auf dem Stoff ausüben können, trotzdem erzielen Sie auf diese Weise die gleichmäßigsten und besten Ergebnisse.

 

Fazit:

Wer es unkomplizierter liebt, greift auf ein fertiges Kaufmodell zurück
Natürlich können Sie beim Selbstbau Ihrer Beamer-Leinwand bares Geld sparen, dafür müssen Sie jedoch auch relativ viel Zeit in die Montage, Bespannung und Fertigstellung investieren. Außerdem sollten Sie handwerklich kein absoluter Anfänger sein. Der Kauf eines qualitativ hochwertigen Modells ist eine unkomplizierte und herrlich einfache Alternative für alle Heimkino-Fans, die lieber auf Nummer sicher gehen möchten.

Falls es eine extra große Leinwand werden soll, finden Sie alles notwendige auf dieser Seite.
 


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